«Die Medienevolution nimmt Fahrt auf!», so liessen sich die Resultate der letzten Zukunftsstudie im Jahr 2009 auf den Punkt bringen. Die erneute Durchführung knapp zwei Jahre später macht deutlich: Der mediale Wandel hat die Massen inzwischen in vielen Bereichen erreicht – und er wird weiter fortschreiten.
Die Studie zeigt, dass viele Konsumenten heute bereits über moderne Endgeräte verfügen, und auch die Anschaffungsabsicht ist weiterhin hoch. So besitzt beispielsweise bereits fast jeder zweite befragte Schweizer (48%) ein Smartphone, weitere 18% der Interviewten planen, in den kommenden zwölf Monaten eines zu kaufen. 34%, also ein gutes Drittel der Studienteilnehmer, nennen einen Festplattenrekorder ihr Eigen. Und auch hier ist die Kaufabsicht mit 12% noch immer hoch. Gut jeder vierte Befragte besitzt ein DAB-Radio (24%), 11% planen eine Anschaffung in den nächsten zwölf Monaten. Einen Tablet-PC besitzen laut der Studie bereits 9% der Schweizerinnen und Schweizer, mit 18% ist die Kaufabsicht ähnlich hoch wie bei den Smartphones.
Die starke Anziehungskraft neuer medialer Möglichkeiten spiegelt sich unter anderem auch darin wider, dass zwei von drei Schweizern angeben, sich sehr für neue Unterhaltungstechnologien und Medienangebote zu interessieren. Der Aussage «Ich interessiere mich sehr für neue Unterhaltungstechnologien und Medienangebote» stimmen insgesamt 65% der Befragten zu – sogar noch etwas höher sind die Zustimmungsraten erwartungsgemäss unter den Männern (76%) und in der Altersklasse 15–39 Jahre (70%).
Das hohe Interesse der Schweizer Konsumenten an allen Themen und Angeboten rund um Medien und Unterhaltung überrascht auch die befragten Branchenexperten nicht. Die klare Mehrheit der Experten (86%) sowie der Vertreter der Werbewirtschaft (91%) rechnet damit, dass neue mediale Möglichkeiten auch in Zukunft von einer breiten Masse an Konsumenten angenommen und intensiv genutzt werden. Prognoseunterschiede betreffen lediglich die angebotsseitige Entwicklung des Marktes.
Um die Zukunft der elektronischen Medien möglichst plastisch darzustellen, wurden im Rahmen der Studie verschiedene denkbare Entwicklungen zu unterschiedlichen Szenarien zusammengefasst. Experten und Vertreter der Werbewirtschaft konnten angeben, welches der vier skizzierten Szenarios aus ihrer Sicht die Medienlandschaft des Jahres 2017 am besten beschreibt. Zur Auswahl standen vier Szenarien, die sich in zwei Dimensionen unterscheiden, nämlich zum einen im Konsumentenverhalten (konservativ oder progressiv), zum anderen im erwarteten technischen Fortschritt (evolutionär oder revolutionär).
Sowohl Branchenexperten als auch Vertreter der Schweizer Werbewirtschaft gehen davon aus, dass wir uns im Jahr 2017 einem Szenario gegenübersehen werden, das sich durch ein äusserst dynamisches Konsumentenverhalten auszeichnet. Mit gleichzeitig hoher Angebotsdynamik, also dem Szenario «medialer Vielfalt», rechnen 56% der Experten und 63% der Vertreter der Werbewirtschaft.
30% der Experten und 28% der Werbewirtschaftsvertreter nehmen an, dass bis zum Jahr 2017 eine Art «medialer Konsolidierung» eingetreten sein wird – ein Szenario, das sich zwar ebenfalls durch hohe Nutzungsbereitschaft auf Nachfragerseite auszeichnet, allerdings davon ausgeht, dass angebotsseitig keine bahnbrechenden neuen Technologien angeboten werden, sondern vielmehr die heute bereits vorhandenen technischen Möglichkeiten weiter ausgebaut und optimiert werden und kostengünstig auch für den Massenmarkt verfügbar sein werden. Der Markt zeigt sich in diesem Szenario «medialer Konsolidierung» dadurch insgesamt vergleichsweise etwas weniger dynamisch, aber dafür übersichtlich und kalkulierbar (siehe Abbildung «Zukunftsszenarien»).